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Erkenntnisse
zur Nachbehandlung von korrosionsbeständigen Stählen
Aus
langjähriger Erfahrung im Bereich der Oberflächenbehandlung von Edelstählen
sind mir die unterschiedlichen Methoden bestens bekannt.
Das Korrosionsverhalten von Edelstählen hängt entscheidend von der Art
der Oberflächenbehandlung ab. Dies haben mehrere Untersuchungen in den
verschiedenen Labors ergeben.
Beim Glasperlenstrahlen besteht die Gefahr, dass ferritische Verunreinigungen
in die Oberfläche eingehämmert werden. Dies führt zu punktförmigen Korrosionsschäden,
die über die Gesamtfläche des Werkstückes verteilt sein können. Laboruntersuchungen
zeigten, dass diese Korrosionserscheinungen ausblieben, wenn man nach
dem Strahlen eine Beizung mit Flusssäure- /Salpeter- säurehaltigen Edelstahlbeizen
vornahm. Außerdem zeigten sich im Korrosionstest, dass am äußeren Rand
der Wärmeeinflusszone, wo die gelbliche Färbung aufhört, teilweise wie
mit dem Messer gezogen, Korrosion auftrat. Man führte das darauf zurück,
dass in diesem Bereich die Fremdoxidschichten so dünn waren, dass sie
sich beim Strahlen verformten, aber nicht entfernt wurden. Mit bloßem
Auge waren die Schichten nicht zu erkennen. Erst später erkannte man diese
Korrosion in Form einer Linie.
Beim Strahlen sollte immer frisches Strahlgut verwendet werden, da Glasbruchstücke
und abgelöste Zunderpartikel das Korrosionsverhalten negativ beeinflussen.
Wird das Strahlgut im Kreislauf gefahren, sind zum Abscheiden ferritischer
Bestandteile ein Magnetabscheider und zum Austragen unmagnetischer Partikel
ein Windsichter erforderlich.
Nach den Untersuchungen bezüglich Strahlen und Beizen bin ich der Ansicht,
dass Glasperlenstrahlen das Beizen nicht ersetzen kann. Man erhält aber
ausgezeichnete Ergebnisse durch Kombination beider Verfahren. Dies ist
besonders empfehlenswert in Bereichen, wo die Edelstahloberflächen aggressiven
Medien ausgesetzt ist. Hierbei denke ich besonders an den Kläranlagen-
und Kraftwerksbau. Die chemische Industrie verlangt meist ein abtragendes
Beizen ihrer chemischen Reaktoren. Dabei werden ca. 5 µm von der Oberfläche
abgetragen, um Verunreinigungen und Spannungen zu entfernen.
Es hat sich besonders bei den eingesetzten austenitischen Stählen in Kläranlagen
gezeigt, dass Strahlen alleine nicht den optimalen Korrosionsschutz bietet.
Durch Beizen oder die Kombination Strahlen/Beizen wird das Korrosionsverhalten
bedeutend verbessert.
Es gilt beim Kugelstrahlen folgendes:
1. Positiv ist die rasche Entrostung und im Fall von Glasperlen das Erzeugen
von Druckeigenspannungen in der Oberfläche. Dies wirkt Spannungsrisskorrosion
entgegen. Das Strahlgut muss immer frei von Verunreinigungen sein, damit
keine Fremdstoffe in die Stahloberfläche eingeschlossen werden.
2. Negativ ist, dass Strahlgut nur einmal verwendet werden sollte, wodurch
der Prozess sehr aufwendig wird. Als Alternative besteht die Möglichkeit,
nach dem Strahlen eine zusätzliche reinigende Beizung in chloridfreien
Säuren vorzunehmen.
Schweißen und Nachbehandeln
müssen als ein ganzheitlicher Vorgang angesehen werden, die nicht voneinander
zu trennen sind. Dies bedeutet, das die Verarbeitung von Edelstahl die
Sorgfalt erfahren muss, wie es von der metallurgischen Seite erforderlich
ist. Den schon bei der Vorbehandlung entstehen die Fehler, die ein Wirtschaftliches
nachbehandeln erschweren.
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